Reproduktive Gerechtigkeit

Das Recht auf sexuelle Selbstbestimmung von Frauen ist seit jeher umkämpft, bis heute erleben wir Angriffe von rechts. Zugleich gibt es starke feministische Mobilisierungen. In diesem aufgeladenen Spannungsfeld wird Selbstbestimmung oft auf die Frage "Abtreibung? pro/contra" verkürzt.

Doch es geht um mehr: Die Debatte um reproduktive Gerechtigkeit (reproductive justice) – in den USA von Schwarzen Frauen vorangebracht – bringt sexuelle Selbstbestimmung, reproduktive Rechte und soziale Gerechtigkeit zusammen. Denn für viele Frauen ist das Recht, Kinder zu kriegen und aufzuziehen, ähnlich prekär wie das Recht, ungewollte Schwangerschaften zu beenden. Was heißt das? Auf Sozialleistungen angewiesenen Frauen wird das Kindergeld von HartzIV abgezogen. Bis heute gibt es Zwangssterilisierungen von Frauen mit Behinderung. Eltern von Kindern mit Behinderung sowie Alleinerziehende erfahren zu wenig gesellschaftliche Unterstützung. Vielerorts fehlt es an Hebammen und Geburtsstationen, damit Frauen selbstbestimmt gebären können. Lesbische und Single-Frauen haben nicht den gleichen Zugang zu reproduktiver Medizin wie heterosexuelle Paare. Was muss sich also ändern, damit Selbstbestimmung umfassend und für Alle garantiert ist? 

Die Vernastaltung wird von Julia Garscha (Referentin Soziale Infrastruktur der Rosa-Luxemburg-Stiftung) moderiert.

Termin

15. September 2018
14:00 16:30 Uhr

Redner*innen

MdB DIE LINKE, Frauenpolitische Sprecherin
Bündnis für sexuelle Selbstbestimmung
Weibernetz
bff - Bundesverband der Frauenberatungsstellen und Frauennotrufe in Deutschland

Veranstaltungsort

Zelt
Franz-Mehring-Platz 1
10243 Berlin